Kapitel 1 · Einführung und Grundlagen
Merkmale & Skalenniveaus
Drei unabhängige Klassifikationen
Merkmale lassen sich nach drei unabhängigen Kriterien einordnen (K01 S.19, S.28):
- Zählbarkeit/Messbarkeit → qualitativ vs. quantitativ
- Anzahl der Ausprägungen → diskret vs. stetig
- Skala → Nominal-, Ordinal-, Intervall-, Verhältnisskala
Qualitativ vs. quantitativ
- Qualitativ: Ausprägungen sind Namen/Kategorien (Nationalität, Baumart).
- Quantitativ: zählbar/messbar, durch Zahlen erfasst (Alter, Miete).
Diskret vs. stetig
- Diskret: endlich oder abzählbar unendlich viele Ausprägungen (Geschlecht, Zimmerzahl, Jahresringe).
- Stetig: alle Werte eines Intervalls möglich (Körpertemperatur, Länge).
Die vier Skalenniveaus
Das Skalenniveau ist kein Formalismus, sondern entscheidet, welche Verfahren sachgerecht sind. Es baut stufenweise auf — jede Stufe fügt Information hinzu:
Wähle ein Niveau und sieh, welche Relationen, Operationen und Maße erlaubt sind:
Warum das Niveau zählt
Je höher das Skalenniveau, desto …
- feiner und objektiver die Ermittlung der Ausprägungen,
- höher der Informationsgehalt,
- größer das Analysepotential — aber auch empfindlicher gegenüber Mess- und Beobachtungsfehlern.
Es gilt: Ein höheres Niveau lässt sich stets auf ein niedrigeres reduzieren (z. B. metrische Werte klassieren), nie umgekehrt. Strebe bei Erhebungen daher ein möglichst hohes Niveau an.
Klausurfalle: Das arithmetische Mittel von Schulnoten ist streng genommen unzulässig (ordinal!) — auch wenn es ständig gerechnet wird. Achte in Aufgaben darauf, welches Maß das Skalenniveau wirklich hergibt.
Abruf-Quiz
Frage 1 / 4Temperatur in **Grad Celsius** hat welches Skalenniveau?