Statistik

Kapitel 5 · Diskrete Zufallsvariablen und Verteilungen

Erwartungswert & Varianz

📄 Folien:alle Materialien →

Erwartungswert

Der Erwartungswert ist das mit den Wahrscheinlichkeiten gewichtete Mittel der möglichen Werte:

E(X)=μ=ixipi=ixif(xi)E(X) = \mu = \sum_{i} x_i\, p_i = \sum_i x_i\, f(x_i)

Er beschreibt das Zentrum der Verteilung — die »Erwartung« an das Ergebnis, ohne das Experiment durchzuführen. Das unterscheidet ihn vom arithmetischen Mittel xˉ\bar x, das den Schwerpunkt erhobener Daten beschreibt.

Varianz und Standardabweichung

Die Varianz misst die zu erwartende Streuung:

Var(X)=σ2=i(xiμ)2f(xi),σ=Var(X)\operatorname{Var}(X) = \sigma^2 = \sum_i (x_i - \mu)^2 f(x_i), \qquad \sigma = \sqrt{\operatorname{Var}(X)}

Rechenregeln

RegelErwartungswertVarianz
LineartransformationE(aX+b)=aE(X)+bE(aX+b)=aE(X)+bVar(aX+b)=a2Var(X)\operatorname{Var}(aX+b)=a^2\operatorname{Var}(X)
SummeE(X+Y)=E(X)+E(Y)E(X+Y)=E(X)+E(Y)bei Unabhängigkeit: Var(X+Y)=Var(X)+Var(Y)\operatorname{Var}(X+Y)=\operatorname{Var}(X)+\operatorname{Var}(Y)
Produkt (unabh.)E(XY)=E(X)E(Y)E(X\cdot Y)=E(X)\cdot E(Y)

Bei symmetrischer Wahrscheinlichkeitsfunktion um cc ist E(X)=cE(X)=c.

Klausurfalle: Der Faktor aa geht quadratisch in die Varianz ein (a2a^2), aber linear in den Erwartungswert. Und Varianzen addieren sich nur bei Unabhängigkeit.

Quellen:K04 S.302, K04 S.303, K04 S.304, K04 S.305, K04 S.306, K04 S.311, K04 S.312

Abruf-Quiz

Frage 1 / 3

Spielwette: Gewinn X ∈ {−3, 1, 2} mit P = {0,25; 0,5; 0,25}. Wie groß ist E(X)?