Kapitel 8 · Hypothesentests
p-Wert & formaler Testablauf
Der p-Wert
Statt nur »verwerfen/beibehalten« liefert der p-Wert ein Maß für die Evidenz gegen :
Der p-Wert ist die Wahrscheinlichkeit, unter Gültigkeit von den beobachteten Prüfgrößenwert oder einen extremeren (in Richtung ) zu erhalten.
Ein kleiner p-Wert heißt: Die Daten passen schlecht zu . Die Entscheidungsregel:
Das ist äquivalent zum kritischen-Wert-Verfahren: gilt genau dann, wenn die Prüfgröße im Ablehnbereich liegt.
Beispiele
- Kaffee (einseitig, ): → verwerfen (Füllmenge signifikant kleiner als 200 ml).
- Schokolade (zweiseitig, , df ): → beibehalten.
(Beide p-Werte im Test gegen den Kern reproduziert.)
Der formale Ablauf (7 Schritte)
- Problem inhaltlich formulieren.
- Testproblem ( vs. ) aufstellen.
- Signifikanzniveau festlegen.
- Prüfgröße wählen und ihre Verteilung unter bestimmen.
- Ablehnbereich konstruieren.
- Prüfgrößenwert aus der Stichprobe berechnen.
- Entscheidung treffen und sachlogisch interpretieren.
Den richtigen Test wählen
Vier Fragen bestimmen die Testwahl:
- Funktion des Tests (Lage? Zusammenhang? Anpassung?),
- Datenniveau (nominal / ordinal / metrisch),
- Verteilung der Daten (normal / symmetrisch / weder),
- Stichprobe (verbunden / unverbunden).
Klausurfalle: Reihenfolge einhalten — vor der Datenanalyse festlegen. Und den p-Wert nicht als »Wahrscheinlichkeit, dass wahr ist« missdeuten: Er ist eine Wahrscheinlichkeit unter , nicht über .
Abruf-Quiz
Frage 1 / 4Kaffee (einseitig): z=−2,1082. Der p-Wert ist P(Z ≤ −2,1082). Wie groß? (4 Nachkommastellen)