Statistik

Kapitel 5 · Diskrete Zufallsvariablen und Verteilungen

Binomial- & Poisson-Verteilung

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Binomialverteilung

Wiederholt man einen Bernoulli-Versuch nn-mal unabhängig, ist die Anzahl der Erfolge XX binomialverteilt mit Parametern nn und π\pi (Träger {0,1,,n}\{0,1,\dots,n\}):

f(x)=(nx)πx(1π)nx,E(X)=nπ,Var(X)=nπ(1π)f(x) = \binom{n}{x}\pi^x (1-\pi)^{n-x}, \qquad E(X) = n\pi, \qquad \operatorname{Var}(X) = n\pi(1-\pi)

Form: für π<0,5\pi < 0{,}5 linkssteil, für π=0,5\pi = 0{,}5 symmetrisch, für π>0,5\pi > 0{,}5 rechtssteil. Das Galtonbrett veranschaulicht sie mechanisch: jedes Hindernis ist ein Bernoulli-Versuch (links/rechts), die Fächer füllen sich binomial. Lass Kugeln fallen und beobachte, wie sich das Histogramm der theoretischen Verteilung (rote Kurve) annähert:

012345678910
0 KugelnE(X) = n·p = 5

Jedes Hindernis ist ein Bernoulli-Versuch (links/rechts). Die Endfächer füllen sich binomial — die rote Kurve ist die theoretische Wahrscheinlichkeitsfunktion Bin(n, p).

Beispiel (Übung 9): 20 Single-Choice-Fragen, 5 Optionen, geraten → XBin(20;0,2)X\sim\text{Bin}(20;\,0{,}2). Dann P(X=0)=0,8200,0115P(X=0)=0{,}8^{20}\approx0{,}0115, E(X)=4E(X)=4, und Bestehen (10\ge 10 richtig) hat P(X10)0,0026P(X\ge10)\approx0{,}0026. (Im Test reproduziert.)

Poisson-Verteilung

Die Poisson-Verteilung modelliert die Anzahl seltener Ereignisse in einem festen Intervall (z. B. Schadensmeldungen pro Tag):

f(x)=λxx!eλ,x{0,1,2,},E(X)=Var(X)=λf(x) = \frac{\lambda^x}{x!}\,e^{-\lambda}, \qquad x\in\{0,1,2,\dots\}, \qquad E(X) = \operatorname{Var}(X) = \lambda

Sie ist der Grenzfall der Binomialverteilung für großes nn und kleines π\pi mit λ=nπ\lambda = n\pi.

Verteilungen erkunden

Schalte zwischen Binomial, Poisson und geometrisch um, verstelle die Parameter und beobachte Form, Erwartungswert und kumulierte Wahrscheinlichkeit:

00.10.2012345678910
E(X) = 3Var(X) = 2.1P(X ≤ 3) = 0.6496

Die hervorgehobenen Stäbe bis k summieren sich zu P(X ≤ k). Beobachte bei der Binomialverteilung: für π < 0,5 linkssteil, π = 0,5 symmetrisch. Bei Poisson gilt stets E(X) = Var(X) = λ.

Klausurfalle: Binomial braucht festes nn und zählt Erfolge; Poisson hat keinen oberen Rand und nur λ\lambda. Verwende Poisson als Näherung der Binomialverteilung nur bei großem nn und kleinem π\pi.

Quellen:K05 S.315, K05 S.316, K05 S.317, K05 S.321, Standard (Poisson-Folien fehlen, s. REVIEW.md)

Abruf-Quiz

Frage 1 / 4

20-Fragen-Single-Choice, 5 Optionen, geraten (X ~ Bin(20; 0,2)). Wie groß ist P(X=0)? (4 Nachkommastellen)