Statistik

Kapitel 5 · Diskrete Zufallsvariablen und Verteilungen

Bernoulli, Gleichverteilung & geometrische Verteilung

📄 Folien:alle Materialien →

Bernoulli: der einzelne Versuch

Ein Bernoulli-Experiment hat genau zwei Ausgänge (Erfolg/Misserfolg). Die Bernoulli-Variable ist

X={1Ereignis A tritt ein0sonst,P(X=1)=πX = \begin{cases} 1 & \text{Ereignis } A \text{ tritt ein} \\ 0 & \text{sonst} \end{cases}, \qquad P(X=1)=\pi

mit E(X)=πE(X)=\pi und Var(X)=π(1π)\operatorname{Var}(X)=\pi(1-\pi). Ein Bernoulli-Prozess wiederholt das Experiment nn-mal unabhängig bei konstantem π\pi — die Grundlage für Binomial- und geometrische Verteilung.

Diskrete Gleichverteilung

Sind alle kk Werte gleichwahrscheinlich (P(X=xi)=1/kP(X=x_i)=1/k, z. B. fairer Würfel), liegt die diskrete Gleichverteilung vor. Für {1,,k}\{1,\dots,k\}: E(X)=k+12E(X)=\frac{k+1}{2}, Var(X)=k2112\operatorname{Var}(X)=\frac{k^2-1}{12}.

Geometrisch: Warten auf den ersten Erfolg

Wiederholt man einen Bernoulli-Versuch, bis AA zum ersten Mal eintritt, ist X=X = »Anzahl der Versuche« geometrisch verteilt (Träger {1,2,3,}\{1,2,3,\dots\}):

f(x)=(1π)x1π,F(x)=1(1π)x,E(X)=1πf(x) = (1-\pi)^{x-1}\pi, \qquad F(x) = 1 - (1-\pi)^x, \qquad E(X) = \frac{1}{\pi}

Beispiel (Übung 8): Nur 10 % der Personen sind für eine Studie geeignet. Wahrscheinlichkeit, dass die erste geeignete genau die fünfte ist: 0,940,1=0,065610{,}9^4\cdot 0{,}1 = 0{,}06561. Innerhalb der ersten 5: 10,95=0,409511-0{,}9^5 = 0{,}40951. Erwartete Anzahl: 1/0,1=101/0{,}1 = 10. (Im Test gegen den Kern reproduziert.)

Merke: Geometrisch zählt die Wartezeit bis zum ersten Erfolg (Träger ab 1); binomial zählt die Erfolge bei festem nn (Träger ab 0). Nächster Abschnitt.

Quellen:K04 S.283, K04 S.284, K04 S.289, K04 S.293, K04 S.294, K04 S.313

Abruf-Quiz

Frage 1 / 3

Screening: nur 10 % der Personen sind geeignet. X = Anzahl Screenings bis zur ersten geeigneten (geometrisch, π=0,1). Wie groß ist P(X=5)? (4 Nachkommastellen)