Statistik

Kapitel 6 · Stetige Zufallsvariablen und Verteilungen

Normalverteilung

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Die wichtigste Verteilung

Summen vieler unabhängiger, gleichgroßer Zufallseinflüsse sind annähernd normalverteilt (Gauß-Verteilung) — daher modelliert sie Messfehler, Körpergrößen, Produktionsabweichungen u. v. m.:

f(x)=1σ2πe12(xμσ)2,E(X)=μ,Var(X)=σ2f(x) = \frac{1}{\sigma\sqrt{2\pi}}\, e^{-\frac{1}{2}\left(\frac{x-\mu}{\sigma}\right)^2}, \qquad E(X) = \mu, \quad \operatorname{Var}(X) = \sigma^2

μ\mu verschiebt die Glockenkurve, σ\sigma bestimmt ihre Breite (Wendepunkte bei μ±σ\mu \pm \sigma). Verschiebe Parameter und Grenzen:

μ85105
P(85 ≤ X ≤ 105) = 0.6247z-Werte: -0.51.5

Ziehe die roten Grenzen, um P(a ≤ X ≤ b) als Fläche abzulesen. Der hellblaue Streifen ist die σ-Umgebung μ ± σ und enthält stets ≈ 68,3 % der Fläche — unabhängig von μ und σ. Standardisierung: z = (x − μ)/σ.

Standardisierung

Es gibt unendlich viele Normalverteilungen, deren Integral sich nicht geschlossen berechnen lässt. Der Trick: standardisieren auf N(0,1)N(0,1).

Z=XμσN(0,1),F(x)=Φ ⁣(xμσ)Z = \frac{X - \mu}{\sigma} \sim N(0,1), \qquad F(x) = \Phi\!\left(\frac{x-\mu}{\sigma}\right)

Damit reicht eine Tabelle — die der Standardnormalverteilung Φ\Phi.

Mit der z-Tabelle rechnen

Beispiel Nüchternblutzucker XN(90,10)X \sim N(90, 10):

P(X<75)=Φ ⁣(759010)=Φ(1,5)=1Φ(1,5)=10,9332=0,0668P(X < 75) = \Phi\!\left(\frac{75-90}{10}\right) = \Phi(-1{,}5) = 1 - \Phi(1{,}5) = 1 - 0{,}9332 = 0{,}0668 P(85<X<105)=Φ(1,5)Φ(0,5)=0,93320,3085=0,6247P(85 < X < 105) = \Phi(1{,}5) - \Phi(-0{,}5) = 0{,}9332 - 0{,}3085 = 0{,}6247

Wegen der Symmetrie gilt Φ(z)=1Φ(z)\Phi(-z) = 1 - \Phi(z). (Im Test reproduziert.)

σ-Regeln und wichtige Quantile

IntervallAnteil
μ±σ\mu \pm \sigma≈ 68,3 %
μ±2σ\mu \pm 2\sigma≈ 95,4 %
μ±3σ\mu \pm 3\sigma≈ 99,7 %

Häufig gebrauchte Quantile: z0,90=1,28z_{0{,}90}=1{,}28, z0,95=1,64z_{0{,}95}=1{,}64, z0,975=1,96z_{0{,}975}=1{,}96, z0,99=2,33z_{0{,}99}=2{,}33. Für N(μ,σ)N(\mu,\sigma) gilt xp=μ+zpσx_p = \mu + z_p\cdot\sigma.

Klausurfalle: Vor dem Tabellennachschlagen standardisieren (z=(xμ)/σz=(x-\mu)/\sigma). Für negative zz die Symmetrie Φ(z)=1Φ(z)\Phi(-z)=1-\Phi(z) nutzen — die Tabelle listet nur z0z \ge 0.

Quellen:K06 S.361, K06 S.364, K06 S.368, K06 S.371, K06 S.373, K06 S.377, K06 S.378, K06 S.381, K06 S.386

Abruf-Quiz

Frage 1 / 4

Nüchternblutzucker X ~ N(90, 10). Wie groß ist P(X < 75)? (4 Nachkommastellen, Φ(−1,5)=1−0,9332)